|

The Bridge [Pop]
| |
Frag sie besser erst gar nicht nach einer Definition: Mit ihrem DebĂŒtalbum âThe Bridgeâ prĂ€sentiert die Singer/Songwriterin Melanie Fiona ein brillantes Wechselspiel von ganz unterschiedlichen Aspekten ihrer Persönlichkeit.
Ihr Album hat Wurzeln in Kanada und der Karibik, es ist gleichermaĂen charaktervoll und sexy, besinnlich und ausgelassen, und insgesamt die perfekte Verbindung von Pop- und Soul-Elementen. Trotz der unzĂ€hligen Stimmungen und TrĂ€umereien, die man auf Melanie Fionas DebĂŒt findet, gibt es ein Element, das die LP zusammenschweiĂt: sie selbst. Denn Ms. Fiona hat jede Menge Soul.
âDas Album heiĂt âThe Bridgeâ,â sagt Fiona, die unter anderem bereits mit so unterschiedlichen KĂŒnstlern wie Akon, Lupe Fiasco, Robin Thicke und Keyshia Cole auf einer BĂŒhne gestanden hat.
âMir ging es darum, diverse Grenzen zu ĂŒberschreiten â ethnische Grenzen, aber auch Genre-, Alters- und Geschlechtergrenzen. Man kann den Sound daher nicht mit einem Wort zusammenfassen. Die LP hat eine Seele, einen Kern, der ganz klassisch und doch vollkommen neu klingt.â Das Album spiegelt die DualitĂ€t ihrer Persönlichkeit eindrucksvoll wider: Einerseits in der Tradition von unsterblichen Soul-GröĂen wie Sam Cooke, Nat King Cole und Gladys Knight geschrieben, bestechen die StĂŒcke zugleich mit dem Druck und dem Sound aktueller Produktionen. So schlĂ€gt sie eine BrĂŒcke â âThe Bridgeâ eben â zwischen der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt, nimmt alte Soul-Samples und baut daraus ihren ganz eigenen Sound, der von einem unverwechselbaren Ansatz zusammengehalten wird. So gesehen unterscheidet sie gar nicht so sehr von ihren wichtigsten Idolen â Bob Marley, Sade und Patsy Cline.
Als Tochter guyanischer Einwanderer in Toronto mit einer Vielzahl musikalischer EinflĂŒsse aufgewachsen, wusste Melanie Fiona schon als kleines MĂ€dchen, dass sie Musikerin werden wollte. âIch war ein absolut zierliches MĂ€dchen mit einer wahnsinnig voluminösen Stimmeâ, erzĂ€hlt sie lachend und berichtet weiterhin, dass sie fĂŒr jeden und immer und ĂŒberall gesungen hat, und das gewissermaĂen von dem Tag an, an dem sie ihr erstes Wort sprechen konnte. âMeine Mutter, fĂŒr die Musik genauso viel bedeutet wie fĂŒr mich, hat bei uns immer Platten aufgelegt â alles von The Ronettes bis hin zu Houston, Whitney. Und mein Vater, der Gitarre spielt, erlaubte mir, auf die BĂŒhne zu kommen, wenn er mit seiner Band probte. So haben mich beide sehr frĂŒh und sehr stark beeinflusst.â Zugleich lernte Melanie Fiona schon frĂŒhzeitig, dass man gewisse Opfer bringen muss, wenn man etwas erreichen will â und dass sich harte Arbeit und Ausdauer bezahlt machen. âMeine Eltern haben immer sehr hart arbeiten mĂŒssen, um meinen Bruder und mich zu ernĂ€hren.â
Seit sie von Carmen Murray von Title 9 Productions entdeckt wurde, lebt Fiona aus dem Koffer. Sie ist pausenlos unterwegs, singt, schreibt Songs, spielt Konzerte und arbeitet weiterhin an ihrer unverwechselbaren Stimme. AuĂerdem konnte sie durch Michael Michel und Murray schon erste Einblicke ins Musikbusiness bekommen: âIch habe so viel GlĂŒck gehabt, dass ich von Menschen umgeben bin, die mir alles zeigen und mir dabei helfen, das Beste aus mir herauszuholen und die Gepflogenheiten dieser Branche kennen zu lernen.â Eine derartig familiĂ€re Stimmung herrscht in dem gesamten Team, mit dem sie arbeitet â auch ihr VerhĂ€ltnis zu ihren Managern Jay Brown und Tyran âTy Tyâ Smith (von Roc Nation) könnte nicht besser sein.
Obwohl Melanie Fiona schon seit Jahren ihre eigenen Songs schreibt â und sogar an Rihannas zweitem Album mitgearbeitet hat â, entpuppte sich ihr Zusammentreffen mit Andrea Martin, die unter anderem bereits Hits fĂŒr En Vogue und Angie Stone sowie Leona Lewisâ âBetter in Timeâ geschrieben hat, als entscheidender Moment auf dem Weg zur Fertigstellung von âThe Bridgeâ.
âAls ich Andrea kennen lernte, hat es sofort Klick gemachtâ, erzĂ€hlt sie. âZwischen uns ist eine sehr persönliche Beziehung entstanden, wĂ€hrend wir bei der Arbeit waren. Ab einem gewissen Punkt haben wir uns gegenseitig so sehr inspiriert, dass alles wie von selbst lief. Ich denke, dass ich durch diese Zusammenarbeit als Musikerin enorm gewachsen bin. Sie nahm mich unter ihre Fittiche, und plötzlich lief alles wie am SchnĂŒrchen.â Indem sie ihre persönlichen Erfahrungen austauschten und viel Zeit miteinander verbrachten, haben Melanie und Andrea ein paar der wichtigsten Songs des Albums aufgenommen.
Die britischen Produzenten Future Cut steuerten den Track âYou Stop My Heartâ bei, der auf einem Sample aus einem ihrer Lieblingssongs basiert, Frankie Avalons âVenusâ nĂ€mlich. âAy Yoâ, eine weitere Kollaboration mit Future Cut, die sie selbst geschrieben hat, beschreibt Melanie sogar als ihr âBabyâ. âHeâs Alrightâ und âPlease Donât Goâ wurden von Vada Nobles produziert, bekannt fĂŒr seine Arbeit als Co-Produzent von Lauryn Hills âThe Miseducation of Lauryn Hillâ-Klassiker. Zu weiteren Produzenten des Albums zĂ€hlen The Stereotypes aus Los Angeles, J. Phoenix aus New York City, Peter Wade, der zuvor schon mit Natasha Bedingfield kollaboriert hat, und Salaam Remi, der fĂŒr seine Arbeiten mit Amy Winehouse und Nas bekannt ist. Und schlieĂlich wird das eklektische Mix durch Andrew Wyatt (âG.A.M.â) sowie Rob Fusari und Angela Hunte (âBang Bangâ) abgerundet, wĂ€hrend sie ihre karibischen Wurzeln mit Supa Dupsâ âSomebody Come Get Meâ unterstreicht.
âGive It To Me Rightâ, die erste Singleauskopplung, ist ein wahnsinnig eingĂ€ngiger Track, schlicht und funky, der auf einem Sample aus âTime of the Seasonâ von The Zombies basiert. Inhaltlich besticht das StĂŒck mit einer Auseinandersetzung ĂŒber das Thema Gleichberechtigung, ĂŒbrigens eine Frage, die Melanie Fiona ĂŒberhaupt sehr am Herzen liegt. Sie sagt von sich, dass ihr enormes Selbstbewusstsein letzten Endes darauf zurĂŒckzufĂŒhren ist, dass sie von so vielen starken Frauen unterstĂŒtzt wird. âMir liegt wirklich sehr viel daran, dass Frauen, die meine Songs hören, sich davon gestĂ€rkt fĂŒhlen. Meine Musik soll ihnen das GefĂŒhl geben, dass sie schön und sexy sind, ohne damit die MĂ€nner abzuschrecken.â
Dem raffinierten und eindringlichen Sound, den Fiona auf âThe Bridgeâ prĂ€sentiert, kann man einfach nicht widerstehen: âIâve got to give it all I got before I dieâ, singt sie auf âAy Yoâ, ein deutliches Statement von einer jungen Frau, die bereit ist fĂŒr den ganz groĂen Durchbruch. Dennoch ist Melanie Fiona keine, die alles ĂŒberstĂŒrzen oder ihrem Schicksal reinreden will.
âIch habe einen langen Weg hinter mir. Um die ganze Welt bin ich gereist; ich habe in Toronto, New York City, Los Angeles, Miami, Kingston und London Aufnahmen gemacht. Wenn es noch eine Weile dauert, bis alles sitzt, dann habe ich auch dagegen nichts einzuwenden. Ich bin wĂ€hrend meiner Jugend in Toronto mit unzĂ€hligen Kulturen und Musikstilen in Kontakt gekommen, vor denen ich mich in meinen Songs verneige. Ich denke nicht, dass man heute noch anhand von Klamotten, Alter oder Hautfarbe sagen kann, was fĂŒr Musik ein Mensch hört. Das war vielleicht frĂŒher so. Ich bin die BrĂŒcke zwischen den unterschiedlichen EinflĂŒssen, die meinen Sound geprĂ€gt haben.â
âIch kann diese ganzen Erfahrungen nur einmal sammelnâ, sagt sie. âIch werde nie wieder eine absolute Newcomerin sein. Nie wieder werde ich eine Musikerin sein, die das ganze Spiel von der Pike auf lernen muss.â Ganz egal, was auch passieren mag, wenn âThe Bridgeâ im FrĂŒhjahr auf Steve Rifkinds SRC Label/Motown Universal Records erscheint â Melanie Fiona ist auf alle FĂ€lle bereit fĂŒr den nĂ€chsten Schritt: âIch lebe nach wie vor ganz bescheiden aus meinem Koffer, und ich schĂ€tze auch die kleinen Dinge im Leben. Mir ist wichtig, dass die Leute das erkennen. Ich habe das GlĂŒck, auf die BĂŒhne gehen zu können, aber mir liegt sehr viel daran, dass meine Zuhörer und Zuhörerinnen wissen, dass ich letzten Endes genau wie sie bin.â
(Quelle: Universal Music Group, 2009)
FORMAT: CD
|