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Gibt es eigentlich Iraner im globalen Dance-Zirkus? Ja, die gibt es: Deep Dish zum Beispiel, Ali Dubfire & Sharam. Oder eben Shahrokh. WĂ€hrend der stark vom Westen beeinflussten Schah-Zeit in Teheran geboren, machte Shahrokh dort 1985 sein Abitur und kam wie viele Perser nach dem Regimesturz nach Deutschland.
âPerserâ, sagt Shahrokh, "sind melancholische Menschen, mit viel Sinn fĂŒrs Poetische.â Auch sein kongenialer Partner Andreas Köhler kann auf einen lĂ€ngeren Aufenthalt im Orient zurĂŒckblicken. Was hat das mit House zu tun? "Die persische Volksmusik, das lĂ€sst sich grundsĂ€tzlich sagen, ist im House-Tempo gehaltenâ, meint Shahrokh, "so 120 bis 126 bpm, auch wenn sie viel polyrhythmischer ist, dominieren melancholische Weisen ĂŒber diesen Tempi.â Die originalen TĂ€nze dazu sind dem "Jackinââ (hydraulisches von unten nach oben tanzen, als Gegenteil zum im Westen verbreiteten Rocken oder Headnodding, wo die Bewegung von oben nach unten geht) nicht unĂ€hnlich. Bei Shahrokh Sound Of K ersetzen das Cello oder Pads die melancholische Komponente. Und wenn man sich an die ursprĂŒngliche House Music der spĂ€ten Achtziger und frĂŒhen Neunziger erinnert, findet man durchaus viel Melancholie. Fragt Robert Owens.
Seit 1995 widmet sich Shahrokh dem Produzieren von House Music und ist Karlsruhes wichtigster Entrepreneur fĂŒr House- und Clubmusik-Veranstaltungen. Karlsruhe ist bekannt fĂŒr seine Kunsthochschule, das âZentrum FĂŒr Kunst und Medientechnologieâ, kurz ZKM. Shahrokhs Organisation von Events fĂŒr und mit dem ZKM sind so zahlreich, dass man sie hier nicht alle aufzĂ€hlen kann. Im Rahmen dieser Veranstaltungen hat Shahrokh u.a. mit folgenden Personen zusammengearbeitet: Prof. Peter Weibel, Luigi Colani, Jose Wagner Garcia, Carl Craig oder Hans Nieswandt. Daneben geniessen Shahrokhs eigene Clubs â zunĂ€chst das Terra Cotta, spĂ€ter die Mood Lounge, Kultstatus. Es gibt housige CD Compilations fĂŒr die Mood Lounge, die engen Freunde AmĂ© (Christian Beyer und Frank Wiedemann) sind dort neben Shahrokh quasi Resident DJâs. Ansonsten gab sich das weltweite Who-Is-Who der House-Musik auf Shahrokhs Parties und in der Mood Lounge ein Stelldichein. Wer Shahrokh kennt, weiss was fĂŒr ein Partytier er ist, einer der ersten Stunde, der als DJ und Clubber so einiges erlebt hat, und die ein oder andere knallige Geschichte erzĂ€hlen kann.
Shahrokh veröffentlicht 1997 seine Debut-EP "Deff Punch/Royaâ auf Black Flame. 1998 folgt "Phunk Communicationâ auf Caus-N-ff-ct und der Tune wird noch im selben Jahr exklusiv vom englischen Label Miss Moneypennyâs lizensiert,. Der Nachfolger "Yo Yommaâ, wieder fĂŒr Caus-N-ff-ct, schafft es auf den Soundtrack von Wolfgang Petersens Blockbuster âStargateâ. Es folgen zahlreiche Produktionen und Remixe fĂŒr Caus-N-ff-ct, u.a. auch Coverversionen der Donna Summer-Klassiker "Hot Stuffâ und "Bad Girlsâ, und ein Remix fĂŒr Gloria Gaynors "Last Nightâ fĂŒr das Projekt "DJ Empire â A Tribute To Giorgio Moroderâ.
Sein Partner Andreas Köhler, der an den Musikhochschulen Basel und Karlsruhe Cello und Klavier studiert hat, sowie regelmĂ€ssig mit dem Symphonieorchester des SWR im In- und Ausland spielt, konzipiert und leitet seit 1999 die Musikworkshops im ZKM. Zentraler Mittelpunkt dieser Workshops ist der Computer als Instrument. Sein Interesse galt neben der klassischen Musik schon immer auch der elektronischen Musik, so betreibt er seit 15 Jahren ein eigenes Tonstudio, in dem unter diversen Pseudonymen u.a. Veröffentlichungen fĂŒr Harthouse und Glasgow Underground oder als Sound Of K fĂŒr Laurent Garniers Label F-Communications entstanden. Ausserdem nahm Andreas Soundtracks und Kunstmusik mit dem Video-/ PeformancekĂŒnstler Hilary Koob-Sassen auf.
Aus Shahrokh und Sound Of K wurde mit dem ersten gemeinsamen Release auf Compost Records das Projekt Shahrokh Sound Of K. Wichtigste Komponente und Herzensangelegenheit des gemeinsamen Schaffens ist es, House Music gewisse musikalische Grundstrukturen, Arrangements, Live Elemente und ein bisschen Poesie zurĂŒckzugeben. Viele der StĂŒcke entstanden entgegen dem in House und Techno oft ĂŒblichen Vorprogrammieren von Beat und Bassline durch Jammen, freies Spiel mit den musikalischen Elementen.
"Dripping Pointâ ist fĂŒr Shahrokh Sound Of K der Schmelzpunkt, das Destillat aus Garage, Afro, House, Jazz und Disco Funk. Die Vocals steuern House-Legende Robert Owens, Jamie Lloyd, die in Berlin lebende Schwedin Siri Svegler und Toyin Taylor bei.
(Quelle: Groove Attack, 2008)
FORMAT: CD
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