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RockânâRoll: Man könnte behaupten, dass das alles nur noch Glitzer und Tand, SelbstbeweihrĂ€ucherung und Effekthascherei ist. Das mag in manchem Fall auch stimmen, aber es trifft keineswegs auf Jet zu.
Im Herzen einer jeden echten RockânâRoll-Band finden sich vier wesentliche Elemente: Bass, Schlagzeug, Gitarre und Gesang. Das verkörpern in reiner Essenz auch Jet. Und die australische Band hat diese vier Elemente auch auf ihrem nunmehr dritten Album mit dem schönen Titel âShaka Rockâ vereint. Mit ihren beiden vorherigen Alben â âGet Bornâ (2003) und âShine Onâ (2006) â sind Jet weit ĂŒber Australien hinaus bekannt geworden und haben eine internationale, multiplatinveredelte Erfolgsgeschichte geschrieben, indem sie das Charisma des klassischen RockânâRoll mit der nötigen Prise Punk und dem FĂŒhler am Puls der Zeit zu etwas ganz unverwechselbar Eigenem gedeihen lieĂen. Eine RockânâRoll-Band, auf die das PrĂ€dikat cool einfach passt.
Auf dem im Juni erscheinenden Album âShaka Rockâ eröffnen sich fĂŒr Jet völlig neue Dimensionen, ohne dass sie die rauen Wurzeln von âGet Bornâ und die WĂŒrde und melodische Wucht von âShine Onâ vernachlĂ€ssigt hĂ€tten, die die Band zu internationalen Stars mit Stil und Substanz gemacht haben. Bei dem Schreiben und den Aufnahmen, die in Miami, Brooklyn, Austin, Sydney und Melbourne stattfanden, gaben sich Jet die gröĂte MĂŒhe, zwölf handwerklich ausgezeichnete Songs zu kreieren, die sowohl auf das Erreichte verweisen als auch auf die Zukunft. Auch im Studio ging die Band einen Schritt weiter und arbeitete Seite an Seite mit dem Co-Produzenten Chris âFrenchieâ Smith, um auch den eigenen hohen Erwartungen gerecht zu werden. So rĂ€umt Bassist Mark Wilson ein: âDiesmal wurde das Album nicht von einem Produzenten oder von der Plattenfirma vorgeschrieben, sondern wir haben es uns selbst diktiert. Wir fĂŒhlten uns im Studio gleich wohl und haben das Kommando ĂŒbernommen.â
Zu den Highlights des Albums gehört der Song âBlack Hearts (On Fire)â, zu dem Chris Cester bemerkt: âHabgier und Macht sind in gewisser Weise faszinierend. âBlack Heartsâ nimmt diese PhĂ€nomene genau unter die Lupe. Macht hat ein aalglattes GefĂ€lle. Der Song handelt davon, wie man die Kontrolle verliert und in etwas hineingerĂ€t, ganz gleich, ob das in der RealitĂ€t ist oder nicht. Wir wissen alle, wie das ist, beĂ€ngstigend aber eben ungemein belebend.â
Chris fĂ€hrt fort. âIch denke, âShaka Rockâ kann man mit dem Fernsehen vergleichen, als es Farbe bekam. Dies ist unser musikalisches Pendant. Es gibt Momente auf dem Album, die sind einfach nur purâŠund Momente, in denen wir hĂ€rter rocken als jemals zuvor. âStart The Showâ ist wohl das hĂ€rteste RockstĂŒck, das wir jemals auf Tape gebannt haben. âK.I.A.â hat die Dramaturgie eines Films, gepackt in einen Dreiminutensong. âBeat On Repeatâ ist wohl so australisch wie wir nur sein können â es ist auf unterhaltsame Art dreist und macht sich darĂŒber lustig, wie lĂ€cherlich es ist, dass sich in unserer Gesellschaft alles wiederholt, man immer wieder dieselben Wege einschlĂ€gt werden und stets zu demselben Ergebnis kommt. Zu so einem StĂŒck hĂ€tten wir vor Jahren noch nicht den Mumm gehabt. Auch das GeschichtenerzĂ€hlen feiert bei uns ein Comeback, wie etwa in âGoodbye Hollywoodâ. In meiner Vorstellung gibt das unserer Vergangenheit einen Tritt in den Hintern und bringt unseren Blick in die Zukunft auf den PunktâŠdiesen Ansatz, den wir bei den Aufnahmen dieses Albums hatten: einfach loszulegen ohne lange zu ĂŒberlegen.â
Jet machten im Jahr 2002 mit der im Eigenverlag erschienenen EP âDirty Sweetâ erstmals auf sich aufmerksam. Die australische Erstauflage von 1000 StĂŒck war schnell vergriffen und auf Grund der hohen Nachfrage erschien das nĂ€chste Tausenderpack in GroĂbritannien. Nach einer Veröffentlichung in den USA im Jahr 2003 verpflichteten die Rolling Stones die Band als Support fĂŒr ihre Australientournee. Ein paar Monate spĂ€ter erschien das von der Kritik hochgelobte DebĂŒtalbum âGet Bornâ. Die furiose Hitsingle âAre You Gonna Be My Girlâ, die als zweiter Song ĂŒberhaupt fĂŒr eine internationale Werbekampagne von iTunes ausgewĂ€hlt wurde, trieb die AlbumverkĂ€ufe auf sagenhafte vier Millionen Exemplare. Der All Music Guide bezeichnete Jet als âeine Mischung aus dem unbekĂŒmmerten Blues der White Stripes und der brustgeschwellten Prahlerei von AC/DCâ und Entertainment Weekly bemerkte trocken: âDie alles beherrschende Ăsthetik ist schlichtweg laut und jungâ. Mit diesem Album stĂŒrmten Jet die Australian Record Industry Association Awards: Die siebenmal nominierte Band rĂ€umte gleich sechs der begehrten Preise ab, darunter fĂŒr das beste Album und die beste Single des Jahres.
Gerade als Jet das Nachfolgewerk in Angriff nehmen wollten, starb der Vater von Nic und Chris Cester, dem sie in der Folge âShine Onâ, den Titelsong des Albums, widmeten. Die Band trieb zwar die Arbeit an dem neuen Album voran, aber der schmerzliche Verlust, die Trauer waren stets prĂ€sent, was dazu fĂŒhrte, dass âShine Onâ in vielen FĂ€llen falsch verstanden wurde. âFĂŒr mich war âShine Onâ ein zutiefst persönliches und sehr intensives Album, bei dem das Schreiben und die Aufnahmen zum Ausdruck von VerĂ€nderung wurden, um zu begreifen, was um uns herum geschehen warâ, erlĂ€utert Nic. âIn dieser Hinsicht war es ungemein wichtig, geradezu kathartisch, und es ermöglichte uns, dass wir uns als kollektive Songschreiber weiterentwickelten â aber es war nicht unbedingt das, was viele Fans erwartet hatten.â Das Album âShine Onâ, das in den USA auf Platz 16 und in Australien auf Platz drei der Charts einstieg, rief ganz unterschiedliche Reaktionen hervor, wurde aber auch in einigen Zeitschriften ĂŒber den grĂŒnen Klee gelobt. Das Magazin Q sah darin âneue altbewĂ€hrte Rockmusik vom Feinstenâ und der New Musical Express brachte es Ă€hnlich auf den Punkt: âWenn man SpaĂ hat an glorios zackigem RockânâRoll mit Tradition, sollte man diesen hier als essentiell betrachten.â
Als sich Jet dann nach endlos scheinenden Tourneen neuen Songs zuwandten und auch in der Stimmung waren, erneut ins Studio zu gehen, waren die Batterien wieder voll und sie hatten das GefĂŒhl, dort einzusteigen, wo sie mit âGet Bornâ aufgehört hatten. Von den ersten Demoaufnahmen zu âShaka Rockâ war klar, dass es fĂŒr Jet diesmal enorm wichtig war, dass jeder Song, wenn nicht jede Note, die Handschrift der Band tragen sollte. âWir wollten uns musikalisch so weit wie möglich ausreizen, den Sound möglichst unterschiedlich gestalten, aber trotzdem in jedem Moment wie Jet klingenâ, erklĂ€rt Cam Muncey.
âWir sind in einer tollen Lageâ, ergĂ€nzt Mark Wilson. âWir haben uns in andere Rollen eingefunden, tragen mehr Verantwortung und sind zuverlĂ€ssiger geworden. Aber wir sind auch angespannter und versuchen, alles im Blick zu haben. Dieses Album hat aber auch mehr SpaĂ gemacht â Musik mit so viel Elan zu machen, ist einfach aufregend.â
Angetrieben von ihrer Leidenschaft fĂŒr ungeschliffenen Hard Rock einerseits und klavierbetonte Melodien andererseits, legte die Band viel Wert auf die simpelsten Details, ohne jemals den wahren RockânâRoll-Spirit auĂer Acht zu lassen. âWir haben keine Lust, uns nur auf eine Sache zu beschrĂ€nkenâ, so Cam. âDie Songs auf diesem Album sind ganz unterschiedlich; das sind die reinsten StreifzĂŒge und Abenteuer. Wir nutzen moderne Technologie ebenso wie altmodisches Equipment. Wir schreiben auch mal Songs am Computer, aber am wohlsten fĂŒhlen wir uns, wenn wir vier in einem Raum sind, uns die Instrumente schnappen und einfach spielen. Wir beurteilen Songs nach ihrer Klasse, nicht nach ihrem Stil. Man muss clever genug sein, dass man nicht klingt wie alle anderen um einen herum, aber auch nicht zu altbacken. Alles, was eine Band sich erhofft, ist eine Nische zu finden und darin fĂŒr sich selbst eine ganz eigene Welt zu entdecken.â
âEine Sache, die ich an dieser Band ĂŒber alles schĂ€tze, ist ihre Ehrlichkeitâ, sagt Nic abschlieĂend. âJedes unserer Alben ist auf Gedeih und Verderb ein wirklichkeitsgetreues Spiegelbild unseres Lebens zu genau jener Zeit â und darum ist auch jedes Album einzigartig und anders. Aber âShaka Rockâ ist wohl unser bis dato ehrlichstes Album.â
Tracklist:
- K.I.A. (Killed in Action)
- Beat On Repeat
- Sheâs A Genius
- Black Hearts (On Fire)
- Seventeen
- La Di Da
- Goodbye Hollywood
- Walk
- Times Like This
- Let Me Out
- Start The Show
- She Holds A Grudge
Jet live - Tourdates 2009
- 20. Aug. 2009 20:00 Frequency Festival St. Polten
- 21. Aug. 2009 20:00 Area 4 Festival Oberhausen
- 19. Sep. 2009 20:00 Muffatthalle Munich
- 20. Sep. 2009 20:00 Astra Berlin, Berlin
- 22. Sep. 2009 20:00 Docks Hamburg, Hamburg
- 23. Sep. 2009 20:00 Live Music Hall Koln
- 24. Sep. 2009 20:00 Schlachthof Wiesbaden
Nic Cester â Gitarre, Gesang
Chris Cester â Schlagzeug, Gesang
Cam Muncey â Gitarre, Gesang
Mark Wilson â Bass
(Quelle: EMI, 2009)
FORMAT: CD
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