ROCKREPORT
KÜNSTLER SUCHEN


GENRES

STÖBERN


CD-DETAILS LABYRINTH [MADSEN]


Foto: (c) Sven Sindt/Universal

Madsen

Labyrinth [Deutsch RockPop]


RELEASE: 23.04.2010


LABEL: Vertigo

VERTRIEB: Universal

WEBSITE: www.madsenmusik.de

Labyrinth Facebook MySpace Amazon 

Nur wer eine Herausforderung annimmt, kann sich mit etwas GlĂŒck und Geschick spĂ€ter ĂŒber einen Sieg freuen. Das muss kein Sieg auf ganzer Linie sein. Oft sind es ja auch gerade die kleinen Triumphe im Leben, die wirklich zĂ€hlen. Nicht der Sieg an sich, sondern das erhabene GefĂŒhl, es geschafft zu haben. Bei den Aufnahmen zu ihrem vierten Album haben sich MADSEN einer besonderen Herausforderung gestellt. Und das Ergebnis, “Labyrinth”, lĂ€sst keinen Zweifel an ihrem GlĂŒck und Geschick...


Lass die Liebe regieren [HQ]

Madsen | MySpace Musikvideos


Die “klassische Herausforderung” - das landlĂ€ufig als schwierige angesehene, dritte Album - konnten MADSEN bereits 2008 mit “Frieden im Krieg” bravourös krachend meistern. Das war kein Problem. Also wollten die Vier diesmal mehr. Die Idee lĂ€sst sich eigentlich in einem Wort zusammenfassen. Doch selbst Sebastian Madsen wagt es zunĂ€chst nicht, dieses Wort so einfach auszusprechen. Wir versehen es hier mal in aller Bescheidenheit mit dem entsprechen Satzzeichen: Es handelt sich um... GrĂ¶ĂŸe?

Das GefĂŒhl von GrĂ¶ĂŸe wie es in einem Stadion allgegenwĂ€rtig ist. Diese GrĂ¶ĂŸe von bewegten Chören. GrĂ¶ĂŸe im Klang, ohne dabei Fett anzusetzen. Große Gitarren. Große Worte. Große Produktion. Die GrĂ¶ĂŸe einer eingeschworenen Gemeinschaft. GrĂ¶ĂŸe in jeder Beziehung. Aber vor allem das GrĂ¶ĂŸte, was das Leben zu bieten hat: das Leben selbst, die Liebe und eine universelle Umarmung. Das ganze Zeug also, das in den falschen HĂ€nden zu monumentalen Kitsch verkommt. Mit so etwas zu arbeiten, jegliche Peinlichkeit zu vermeiden und bei allem notwendigen /gerechten Pathos an keiner Stelle das Maß zu verlieren, DAS ist eine Herausforderung!

Wie man an seinen Herausforderungen wĂ€chst und dabei ĂŒber sich hinauswĂ€chst, das zeigt kein deutsches Album der letzten Jahre deutlicher als “Labyrinth”. Ein Album, so groß wie das Verlangen, die Welt aus den Angeln zu heben. Die Magie dieses Unterfangens mag auch damit zusammenhĂ€ngen, dass wir beim Namen MADSEN weniger an Stadion-Rock als an schwitzige Keller und durchgebrutze VerstĂ€rker denken. FĂŒr Thees Ullmann z. B., Tomte-Mastermind und so etwas wie ein moderner TorwĂ€chter der Indie-Coolness, war ihr DebĂŒt das beste Album, seit er ĂŒber Musik schreibt.

Das ist bezeichnend. Obwohl MADSEN seit Stunde Null bei Universal unter Vertrag stehen, vermittelt ihre Musik und ihr Auftreten eine AuthentizitĂ€t, die fĂŒr gewöhnlich einem Indieact, gern aus der Hamburger Schule, angedichtet wird. Wo der Indie-Spirit regiert, herrscht auch oft ein Hang zum Problematisieren. Die alles entscheidende Frage lautet dann: Darf man das? Spass haben? Auch mal die Sonnenseiten des Lebens besingen? Hemmungslos auf die Tonne hauen? Darf man natĂŒrlich nicht. MADSEN haben sich einfach das Recht genommen, es trotzdem zu tun. Vor diesem Hintergrund wird “Labyrinth” nicht nur vom Mut zur GrĂ¶ĂŸe bestimmt, sondern auch von einer Art der Befreiung.

Sezieren wir exemplarisch den Titelsong, der das vierte MADSEN-Album programmatisch eröffnet, prĂ€sentieren sich bereits alle wichtigen Motive des Albums. ZunĂ€chst thematisiert sich hier die FortfĂŒhrung dessen, was auch Amerikaner als Teenage-Angst kennen: ein GefĂŒhl von zeitloser Orientierungslosigkeit und verwirrter Panik. Letzte Tanke vor dem Erwachsenenwerden sozusagen. Wir hören RadiogerĂ€usche, dazu die Worte: “Das ist die Welt, das ist kein Traum, das ist die RealitĂ€t. Das ist das Leben, öffne die Augen, du solltest sehen, worum es eigentlich geht.” Aber das ist eben nur der Anfang. Kaum sind die letzten Worte des Refrains verklungen - “... ein Kind, das viel zu leise nach Freiheit schreit” - gibt es einen Break, der Geschichte schreibt. Schweinegitarre, Trommelwirbel und weiter geht es im Takt einer durchzechten Nacht. Mit dem nĂ€chsten Break verdreht sich der Song kurzzeitig zu einem leicht hysterischen Glam-Prog-Monster, das “Raus! Raus! Raus! Raus! Raus! Raus!” skandiert, bevor es noch mal mit etwas mehr Effet weitergeht und Sebastian glaubhaft versichert: “Du kannst fliegen, wenn Du willst. Du kannst fliegen, du kannst fliegen - ĂŒber dein Labyrinth.” Dazu gibt es in einem emotionalen Showdown noch mal die tröstliche Kernbotschaft: “Was auch immer geschieht, da ist immer irgendjemand, der dich liebt.”

Inzwischen ist nicht mehr Zeit vergangen als ein paar Minuten, auch wenn der Stoff fĂŒr epische Spielfilme reichen wĂŒrde. Genau so soll es auch weitergehen. Das Kleine reibt sich am Grossen, das Private kollidiert mit dem Öffentlichen, die Lust kĂ€mpft mit der Überzeugung, und dazu gibt es auch immer wieder etwas von dem, was die amerikanischen Rasta-Punks Bad Brains mal auf die Formel “I against I” gebracht haben. Da ĂŒberrascht ein Song wie “Mein Herz bleibt hier”, scheinbar einer unglĂŒcklichen Liebe gewidmet, im Refrain mit eher klassenkĂ€mpferischen Einsichten wie "Auf den billigen PlĂ€tzen sind die netteren Leute, auf den kleinen Hochzeiten gibt's die schöneren BrĂ€ute, ich schlafe lieber im Zelt als im teuren Hotel, die schönsten Dinge der Welt bekommt man ohne Geld!"

In einem anderen, besonders energischem Song mit dem bezeichnenden Titel “Blockade” bringt Sebastian das Dilemma auf den Punkt: Auf der anderen Strassenseite spielen sie Hacky-Sack aber er will nicht mitspielen. Und wenn dort die Sonne scheint, bleibt er lieber im Schatten. Da gibt es “richtig geile Second Hand Shops”. Aber so sehr er es auch will, er kann einfach nicht rĂŒbergehen - zwischen ihm und der anderen Strassenseite “liegen 1000 Kilometer”. Die besondere QualitĂ€t von “Labyrinth” ist es, bei allem Willen zur Grösse und Hang zum Tröstlichen genau diese GefĂŒhle nicht zu verraten.

Am Ende heißt es im letzten Song auch nicht “wir werden Sieger sein” sondern “wir werden wie Sieger sein” - weil es eben unabhĂ€ngig vom Ausgang manchmal einfach nur darum geht, es gemeinsam getan zu haben. MADSEN haben es getan, gemeinsam mit ihrem Produzenten O.l.a.f. O.p.a.l. haben sie das Album mit dieser komischen Idee von “GrĂ¶ĂŸe” realisiert, es hat sie zwei Jahre gekostet - “vielleicht die beste Zeit in unserem Leben” wie sie in einem anderen Song singen. FĂŒr viele ist “Labyrinth” ein grandioser Sieg ohne Wenn und Aber, das beste Album der bisherigen Karriere der Band. FĂŒr MADSEN selbst ist “Labyrinth” vor allem ein persönlicher Gewinn. Diese Haltung macht sie am Ende zu echten Siegern, zu den Siegern der Herzen.

Line Up:

  • Sebastian Madsen - Gesang, Gitarre
  • Johannes Madsen - Gitarre
  • Sascha Madsen - Schlagzeug, Gesang
  • Niko Maurer - Bass

Discographie:
  1. Madsen (2005)
  2. Goodbye Logik (2006)
  3. Frieden im Krieg (2008)

Madsen live - Tourdates 2010
  • 01.11.10 Bremen, Schlachthof. Support Erik Penny
  • 02.11.10 Leer, Zollhaus. Support Erik Penny
  • 03.11.10 Flensburg, Deutsches Haus. Support Erik Penny
  • 05.11.10 Potsdam, Waschhaus-Arena. Support Erik Penny
  • 06.11.10 Bielefeld, Ringlokschuppen. Support Erik Penny
  • 07.11.10 Dortmund, FZW. Support Erik Penny
  • 09.11.10 Köln, LMH. Support Eternal Tango
  • 10.11.10 Frankfurt, Hugenottenhalle. Support Eternal Tango
  • 12.11.10 WĂŒrzberg, Posthalle. Support Eternal Tango
  • 13.11.10 Lindau, Club Vaudeville. Support Eternal Tango
  • 15.11.10 A-Salzburg, Rockhouse
  • 16.11.10 A-Wien, Gasometer
  • 05.12.10 Stuttgart, Longhorn. Support Royal Republic
  • 06.12.10 MĂŒnchen, BackstageWerk. Support Royal Republic
  • 07.12.10 Dresden, Alter Schlachthof. Support Royal Republic
  • 09.12.10 Krefeld, Kulturfabrik. Support Royal Republic
  • 10.12.10 Erfurt, Stadtgarten. Support Royal Republic
  • 11.12.10 Leipzig, Felsenkeller. Support NEPHEW
  • 13.12.10 SaarbrĂŒcken, Garage. Support NEPHEW
  • 14.12.10 Hannover, Capitol. Support NEPHEW
  • 15.12.10 Berlin, Astra. Support NEPHEW
  • 17.12.10 Hamburg, Docks. Support NEPHEW
  • 18.12.10 Hamburg, Docks. Support NEPHEW

(Quelle: Universal Music Group, 2010)


FORMAT: CD


Rate this:
  (Ű 2.93)



Zurück zur Übersicht


Diese CD weiterempfehlen
Ihr NameIhre E-Mail
Name EmpfängerE-Mail Empfänger
Ihr Nachricht:
 
Spamschutz: (Summe von 6 + 4 in das Textfeld eintragen.)


TOP RANKS

CD-WECHSLER

Purwien
Eins


Dyne, Julien
Pins & Digits


Discipline
Old Pride, New Glory


Ghost Of Tom Joad
Matterhorn


Fujiya & Miyagi
Light Bulbs


Crystal Castles
Crystal Castles



© medienprojekt 2026 Impressum  Kontakt