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CD-DETAILS LAMBS ANGER [MR. OIZO]


Foto: Plattenfirma

Mr. Oizo

Lambs Anger [Electronic / Dance]


RELEASE: 28.11.2008


LABEL: Ed Banger Records

VERTRIEB: Alive!


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„Ich finde, Mr. Oizo sollte sein Leben in einer Irrenanstalt beenden. Der Typ ist einfach verrückt.“ Das sagt zumindest Ed Banger-Boss Busy P über sein sensationelles Signing. Und der sollte es schließlich wissen. Aber fangen wir vorne an.

Geboren wurde Mr. Oizo 1974, damals noch unter dem unverdächtigen Namen Quentin Dupieux. Im Alter von 12 Jahren hat er irgendwo eine Kamera gefunden und deren Linse auf nahezu alles gehalten, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Mit 17 hat er sich dann seinen ersten Synthesizer gekauft, um seinen Bildern eine akustische Unterlage zu liefern. Eigentlich ist Dupieux nämlich Regisseur. Musik ist nur seine animalische Seite.

1997 hat er dann seinen ersten Longplayer auf FCOM veröffentlicht und sich ein beknacktes Pseudonym ausgedacht: Mr. Oizo.

1999 wurde er von Levi’s gefragt, ob er nicht 6 Werbespots mit diesem lustigen Character machen könnte, den er gerade erfunden hatte: Flat Eric. Den Track, den er dazu komponiert hatte, nannte er passenderweise „Flat Beat“. Und der hat am Tag der Veröffentlichung direkt die Top Ten sämtlicher Europäischer Charts geknackt und wurde mittlerweile über 3 Millionen Mal verkauft. Gearbeitet hat er daran 2 poplige Stündchen. Verrückt.



Überhaupt: Alles, was nicht innerhalb von 3 Stunden fertig ist, sei Dreck. Findet jedenfalls Oizo. Musik müsse spontan sein. Immer. Wenn es zu kopflastig und intelligent wird, sei es keine Musik mehr. Wie gesagt: Findet Oizo. Er ist ein sehr ungeduldiger Mensch.

Im Jahr der Levi’s Spots hat er außerdem seine „Analog Worms Attack“-Platte aufgenommen, ein sehr experimentelles Album. Den meisten Fans von „Flat Beat“ hat er damit tierische Angst eingejagt. Alle anderen haben sich aber dafür den Arsch abgefreut.

Danach hat er nach einem Erfolg versprechenden Weg gesucht, irgendwie seine kompletten Ersparnisse auf den Kopf zu hauen und sich dazu entschlossen, im Jahr 2001 „Nonfilm“ zu produzieren. Der Streifen war insgesamt gesehen jedoch eher durchschnittlich, obwohl auch sein Kumpel Sébastian Tellier darin mitgespielt hat. Trotzdem war Quentin ganz zufrieden damit, hat ihn nach einigen Vorführungen in Paris jedoch beiseite gepackt. Veröffentlicht wurde er nie.

Die nächsten 3 Jahre hat Oizo dann mit Nichtstun vergeudet.

2004 hat er den Computer für sich entdeckt, seinen altbackenen analogen Produktions-Stil komplett über den Haufen geworfen und daraufhin sein zweites Album „Moustache (Half A Scissor)“ an den Start gebracht. Die 4 Jahre davor hat er nur Scheißmusik produziert. „Moustache“ war anders. Lustig. Stressig. Voller Ideen, die permanent hin und her springen. Oizo wollte etwas Spezielles machen. Das ist ihm geglückt. Normal findet er nämlich scheiße.

2006 hat er dann die Ed Banger-Crew kennen gelernt und gemeinsam mit DJ Feadz an Beats für Uffie geschraubt. Ihr wisst schon, diese unschuldig wirkende Rapperin ...

Außerdem hat er „Steak“ geschrieben und produziert, seinen ersten richtigen Spielfilm, in dem auch seine Freunde SebastiAn, Kavinsky, Eric und Ramzi mitgespielt haben. Den Soundtrack dazu hat er natürlich auch verantwortet, zusammen mit Sébastian Tellier und SebastiAn.

2007 hat er seine erste 12“ für Ed Banger herausgebracht, und zwar das erstklassige „Transexual“. Außerdem hat er einen ganzen Schwung an Remixes für verschiedene Artists aus dem Ärmel geschüttelt. Für Calvin Harris zum Beispiel. Und die Scissor Sisters. Und Cassius. Und Air. Und Jamie Lidell. Und natürlich der unsagbare Remix von „Killing In The Name Of“… Eine ausführliche Diskografie ist auf Wikipedia zu finden.

2008 hat er nicht nur an seinem dritten Album „Lambs Anger“ gearbeitet und Uffies Album (wie übrigens auch alle Singles von Uffie) mitproduziert, sondern auch an den Vorbereitungen zu seinem neuen Spielfilm „Realite“ gesessen, der 2009 gedreht werden soll.

Sterben wird Oizo im Jahr 2041, völlig krank von diesem ganzen oberflächlichen Bullshit. In einer Irrenanstalt vermutlich. Ganz so, wie es Busy P seinerzeit vorausgesagt hat.

(Quelle: Sven-Erik Stephan, Beatsinternational, 2008)


FORMAT: CD


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