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 Foto: Eddie Malluk

WEBSITE: www.mudvayne.com
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Mudvayne-Frontmann Chad Gray fehlt die Zeit, sich mit den Feinheiten der Political Correctness auseinanderzusetzen. âWenn du dir ansiehst, was in der Welt so vor sich geht, kannst du manchmal nur mit dem Finger auf Leute zeigen und sie fĂŒr absolut wahnsinnig erklĂ€ren, weil es die einzig sinnvolle ErklĂ€rung ist!â
Aber man sollte sich nichts vormachen: Wer einen Finger gegen Andere erhebt, richtet gleichzeitig drei Finger gegen sich selbst, und so versucht Gray nicht zu leugnen, dass dieser Zeitgeist des Wahnsinns auch einen massiven Einfluss auf die Texte des neuen Albums hatte. âThe New Gameâ ist das erste Studioalbum der Band seit drei Jahren und das vierte insgesamt. Was sich auf der ersten Single âDo What You Doâ ankĂŒndigt, zeichnet das ganze Album aus: ein Gewitter aus vertonter Wut, eine Lektion in kontrolliertem Chaos, das Hard Rock, Heavy Metal, Prog Rock und sadistisch gefĂ€rbte Popspritzer zu einem Sturmangriff aus metallenen Höhen und emotionalen Tiefen, reiĂenden Flutwellen und gezielten SchlĂ€gen zusammenfĂŒhrt. Das Album ist ein weiterer Höhepunkt fĂŒr Mudvayne, eine der kreativsten und individuellsten Bands im Bereich der aggressiven Musik, die weltweit schon mehr als fĂŒnf Millionen Einheiten verkauft haben.
âJemand hat mal gesagt, dass Musik das Ohr verwöhnen und ihm schmeicheln sollâ, erklĂ€rt Bassist Ryan Martinie. âGenau das wollen wir erreichen, dich packen und so lange durchschĂŒtteln, bis du alles um dich rum vergessen hast, zwischen Zustand und Bewegung. DafĂŒr brauchen wir etwas, das Wirkung hat. Wir wollen, dass die Leute bei jedem Song interessiert und bei der Sache bleiben; dich vom Haken zu lassen ist gut, so lange du noch in der NĂ€he schwimmst und wieder zubeiĂen willst. Jeder Song hat seine eigene Persönlichkeit, seine eigene Kraft, sein eigenes Wesen. Eine lebendige Einheit, die ihren Platz im etwas gröĂeren Mikrokosmos Mudvayne hat. Mit eigener Daseinsberechtigung.
Auf âThe New Gameâ ist das von vorn bis hinten spĂŒrbar. Die Band produzierte das Album mit Dave Fortman (Evanescence, Slipknot etc.) und zeichnete so ein gelungenes Portrait der verschlagenen Persönlichkeit und der hyperkinetischen Energie, mit der Mudvayne schon seit sieben Jahren fĂŒr ihre Musik brennen. Und das macht sich bemerkbar. âIn gewisser Weise ist es die zugĂ€nglichste Platte, die wir je gemacht haben... und das meine ich ganz positivâ, so Drummer Matt McDonough. âWir haben unsere Art, Songs zu arrangieren etwas zurĂŒckgefahren und unsere Musik so leichter zugĂ€nglich gemacht. Ich will nicht sagen, dass wir weniger dunkel und geheimnisvoll geworden sind, auf âThe New Gameâ haben wir eher viele der belangloseren Aspekte abgelegt. Anstatt die Hörer dazu zu bringen, herauszufinden, was wir da tun, erklĂ€ren wir es mit unserer Musik selbst. Wir haben unseren Sound gebĂŒndelt und glatter gemacht, und so den schnellsten Weg gefunden, unsere Absichten als KĂŒnstler zu erklĂ€ren.â
Als Musiker sind McDonough, Martinie und Gitarrist Greg Tribbet ihrem Ansatz zum Songschreiben und ihren Zielen treu geblieben. Der Bassist formuliert: âEs ist ein ehrliches Bild von uns als Menschen. Wir lieben es, in der Musik aufzugehen, ob es nun krass-ĂŒbersteuerte Beats sind, europĂ€ischer Black Metal, Dance, Elektro, oder das Zeug, mit dem wir aufgewachsen sind, wie Van Halen, Rush, Iron Maiden und Metallica. Was wir gerne hören, ist auch das was wir hervorbringen, wenn wir zusammen schreiben, und das alles ist Mudvayne.â
Bei den Texten von Mudvayne sitzt Gray am Ruder. WĂ€hrend er die GefĂŒhle seiner Bandkollegen in Bezug auf das Songschreiben teilt, werfen seine persönlichen EinflĂŒsse ein dunkleres Licht auf âThe New Gameâ. âDa ist ein allgemeines GefĂŒhl von chaotischer Hilflosigkeit, von Verlust und Angst, das ich bei der Arbeit an den vorherigen Alben nicht erlebt habe. Es war immer geheimnisvoller und universeller. Bei âLost And Foundâ hatte ich das GefĂŒhl, dass der Ansatz eher menschlicher war, aber dieses Album handelt mehr von dem, was ganz tief drinnen in den Menschen vorgeht. Auf dem Album ist viel Wut und Frustration zu spĂŒren, auch der Wunsch zu töten, aber das geschieht aus verschiedenen Perspektiven von wahnsinnigen Charakteren.â
Gray: ââDull Boyâ ist der verrĂŒckte Typ, der langsam seinen Verstand verliert, wie Jack Nicholson in âThe Shiningâ, âA New Gameâ ist einfach nur abgedreht, dann gibt es die politischen Songs aus der Perspektive eines Weltherrschers, dann die politischen Songs aus der Perspektive eines einfachen Mannes, der seinem Land dient. Es geht um das Töten auf verschiedenen Ebenenâ, erklĂ€rt Gray. âNur weil du nicht am Abzug bist, heiĂt das nicht, dass du keine Menschen tötest. Ich habe angefangen, alle möglichen Bewusstseinsstufen zu analysieren und herauszufinden, was Menschen veranlasst, auf bestimmte Weise zu fĂŒhlen und zu handeln. Das Album ist wie ein Psycho-Profil von vielen verschiedenen Charakteren.â
Die Arbeit fĂŒr âThe New Gameâ begann im August 2006 in Chicago und wurde sieben Monate spĂ€ter in einer abgelegenen Gegend in Idaho, nicht weit entfernt von der kanadischen Grenze, abgeschlossen. Genau dort bemerkte Gray, dass er sich seinem Vorbild fĂŒr âDull Boyâ plötzlich zu nah fĂŒhlte. âIn Idaho wohnten Greg und ich in einem Nebenhaus, etwa eine Meile vom Haupthaus entfernt, in dem Ryan und Matt untergebracht waren. Ich habe diesen Ort etwa zwei oder drei Wochen nicht verlassen, auĂer vielleicht gelegentlich, um zur Tankstelle zu gehen und Bier oder sonst was zu kaufen, und eines Tages traf es mich einfach. 1,80 Meter hoch ScheiĂ-Schnee, weit und breit einfach nichts, und ich kackte völlig ab, ich saĂ nur noch auf dem Sofa und sagte âall work and no play makes me a dull boy...â Ich erinnere mich nicht daran, ob ich bewusste Gedanken dazu hatte, ich weiĂ nur noch, wie ich es sagte, vor der SchiebetĂŒr, eine Schneewand vor mir, und der Text, der durch meinen Kopf ging.â
Auch wenn der Rest von Mudvayne Grays emotionale Katharsis nicht unbedingt teilt, ist die Ursache doch bekannt. Vermutlich. âAnders als alle anderen Bands, die ich kenne, ist Mudvayne einzigartig, weil wir jedes Album an einem anderen Ort geschrieben und aufgenommen habenâ, erinnert sich McDonough. ââL.D. 50â haben wir in Peoria, Illinois geschrieben und in Vancouver aufgenommen; âEnd Of All Things To Comeâ haben wir in Minneapolis geschrieben und in SĂŒd-Minnesota aufgenommen; wir haben âLost And Foundâ in der NĂ€he von Santa Cruz, Kalifornien geschrieben und bei San Francisco aufgenommen. Dieses Album haben wir in Chicago und Idaho geschrieben und in New Orleans aufgenommen; und unser neues Album [mehr dazu spĂ€ter] haben wir gerade in El Paso und Phoenix gemacht.â
âJeder Ort, an dem wir aufnehmen, hat einen riesigen Einfluss auf den kreativen Prozess und auf uns als Menschen. Wir sind in einer neuen Umgebung und es gibt so viele Dinge, die wir neu erfahren. Das ist aber gerade ein groĂer Teil von dem, was Mudvayne ausmacht. In dieser Band zu sein bedeutet, keine Erwartungen zu haben und mit VerĂ€nderungen umzugehen. Und Dinge, die auf dich zukommen, anzunehmen und davon lernen zu können.â
Da die Aufnahmen fĂŒr âThe New Gameâ schon 2006 begonnen haben, werden sich viele Fans fragen, warum das Album erst anderthalb Jahre spĂ€ter veröffentlicht wird. Nachdem âThe New Gameâ fertig war, ging die Band in einem kreativen Schub noch einmal ins Studio und nahm ein weiteres Album auf, das 2009 erscheinen soll.
âMan könnte sich fragen, wo Mudvayne geblieben sind, nun, wir haben uns völlig zurĂŒckgezogen und zwei Alben geschrieben!â sagt Martinie. âEs war anders als sonst, aber groĂartig, wir haben einen Kuchen gebacken und konnten ihn gleich essen. Wir brauchten etwas, das wir lieben, das ein Teil von uns ist, mit dem wir uns auf persönlicher Ebene identifizieren können. Erst einmal mussten wir selbst damit leben, bevor wir es allen anderen zeigen können. FĂŒr uns ist das GefĂŒhl jetzt viel spannender, anderthalb Jahre saĂen wir da und wussten, dass wir unser Album lieben, aber nicht, was alle anderen davon halten. âThe New Gameâ war unser Baby, ist es immer noch, und wir sind stolz es herauszubringen, damit andere sich eine Zeit lang daran erfreuen können.â
WĂ€hrend das eine Baby also gerade mal das Licht der Welt erblickt, bereiten sich Mudvayne schon auf die Geburt des NĂ€chsten vor. Manchmal kann man nur mit dem Finger auf Leute zeigen und sie fĂŒr absolut wahnsinnig erklĂ€ren!
HINTERGRUND
âą Die fĂŒr den Grammy nominierte Band Mudvayne hat weltweit bisher fast fĂŒnf Millionen Einheiten verkauft und wurde von der Vereinigung der Amerikanischen Musikindustrie (RIAA) fĂŒnffach mit Goldstatus ausgezeichnet. Auch DVDs der Band erhielten bereits Gold- und Platinauszeichnungen. Bemerkenswert ist, dass jedes Mudvayne-Studioalbum Goldstatus erreichte.
âą Mudvayne haben ĂŒber 500 Konzerte gegeben und fĂŒr mehr als eine Million Fans auf allen Kontinenten gespielt. FĂŒr Ende Oktober ist der Auftakt der nĂ€chsten Tour angekĂŒndigt, die bis ins kommende Jahr gehen wird.
âą Mudvayne rĂŒhmen sich einer der engagiertesten Fangemeinden in der Geschichte des Rock. 2007 wurde die Compilation âBy The People, For The Peopleâ veröffentlicht, die neben Rare- und Livetracks auch zwei unveröffentlichten Studiotracks (âDull Boyâ und das Police-Cover âKing of Painâ) enthielt. Es war das erste Album ĂŒberhaupt, bei dem Fans die Cover-Gestaltung und die Track List bestimmen durften.
âą Die Band wurde 1996 in Peoria, Illinois gegrĂŒndet.
âą BerĂŒhmtheit erlangten Mudvayne 2000 mit ihrer ersten Single âDigâ aus dem DebĂŒtalbum âL.D. 50.â Das Album wurde bisher weltweit ĂŒber eine Million Mal verkauft. âDigâ erhielt 2001 den MTV2 Award im Rahmen der MTV Video Music Awards; es war das erste Mal, dass dieser Preis ĂŒberhaupt vergeben wurde. Zu âDigâ wurde auch eine Videosingle herausgebracht, die Goldstatus erhielt und eine Zeit lang die bestverkaufte DVD-Single der Geschichte war.
âą Als zweites Studioalbum in voller LĂ€nge veröffentlichten Mudvayne âThe End of All Things To Comeâ. Die erste Single âNot Fallingâ hielt sich 36 Wochen in den Active Rock Charts, erreichte Platz sechs und erschien auch auf dem Soundtrack zum Film âGhost Shipâ. âThe End of All Things To Comeâ wurde ebenfalls weltweit ĂŒber eine Million Mal verkauft.
âą Mudvaynes drittes Studioalbum âLost And Foundâ stieg auf Platz zwei in die Billboard Top 200 ein und wurde bereits in der ersten Woche ĂŒber 150.000 Mal verkauft. Die Hit-Single âHappy?â schoss direkt auf Platz eins der Radiocharts und hielt sich unglaubliche zehn Wochen lang. Bei der Grammy-Verleihung 2005 wurden Mudvayne in der Kategorie âBest Metal Performanceâ nominiert. Im gleichen Jahr spielte die Band direkt vor Iron Maiden auf der HauptbĂŒhne des Ozzfest. Zu den Europa-Auftritten beim âDownload Festivalâ und bei âRock am Ringâ kamen ĂŒber 50.000 Fans. 2006 tourten Mudvayne gemeinsam mit Korn um âLost And Foundâ zu promoten.
(Quelle: SonyBMG, 2008)
Tracklisting:
1. Fish Out Of Water - Album Version
2. Do What You Do - Album Version
3. A New Game - Album Version
4. Have It Your Way - Album Version
5. A Cinderella Story - Album Version
6. The Hate In Me - Album Version
7. Scarlet Letters - Album Version
8. Dull Boy - Album Version
9. Same Ol' - Explicit Album Version
10. Never Enough - Album Version
11. We The People - Album Version
FORMAT: CD
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